Bericht zum Sail-Ex 2023

Bericht zum Sail-Ex 2023

Vorwort:

Nachdem es, pandemiebedingt, im Jahr 2020 kein Sail-Ex der BG-D187 gegeben hatte, war nun in 2023 die Herausforderung für das ORGA-Team groß.

Nicht nur die exorbitant gestiegenen Lebensmittelpreise waren ein Thema. Die bisherigen, guten Kontakte zur Reederei und dem Traditionssegler "Pedro Doncker" waren, aufgrund des Verkaufs der "Pedro" (ist derzeit in der Karibik unterwegs) leider auch nicht mehr vorhanden.


Es galt also nicht nur, ein bezahlbares Gesamt-Paket für die Teilnehmer zu erstellen. Auch musste natürlich ein alternativer "Segler" gesucht werden.


Als ein Traditionssegler gefunden war, hatte sich auch die Zahl der BG-Mitglieder die eine Teilnahme bekundeten, enorm erhöht. Hier war also deutlich zu sehen, dass die BG-Mitglieder durch die vorangegangenen Jahre der Corona-Einschränkungen, großes Interesse hatten, mal wieder etwas zusammen zu unternehmen.


Der erste Segler, die "Chatherina", mit 24 Kojen war also nach wenigen Stunden "ausgebucht".


So machte sich das ORGA-Team auf die Suche nach einem zweiten Schiff. Nicht ganz einfach, denn auch die Traditionssegler sind in der Post-Corona Zeit stark gefragt.


Mit der "Luciana" wurde aber dennoch ein zweites Schiff gefunden, das zeitgleich gechartert werden konnte. Die nun insgesamt 48 Kojen wurden zu 95 % belegt.

Die Planung der gesamten Versorgung mit Proviant und Zubehör konnte beginnen.


Allem voran war natürlich wieder eine gute Kostenplanung enorm wichtig (anbei mal ein kleine, nicht vollständige Listung der Aufgaben die zu erledigen waren) .

  • Die Erstellung von zusammenfassenden Informationen für die Teilnehmer, Zuständigkeiten, Kontaktadressen usw.
  • Die Er- und Bestellung der traditionellen "Patches" und "Flascherl" wurden bei den Lieferanten veranlasst.
  • Weitere organisatorische Absprachen mit Reedereien, Skippern und involvierten BG-Mitgliedern wurden getroffen (z.B. Boardingzeiten, Getränke an Bord, Grills anliefern etc. )
  • Kojen- und Crewlisten für die beiden Schiffe angelegt.
  • Auch mussten die zusätzlichen Smuts, sowie deren Helfer, gefunden und eingeteilt werden.
  • Die Smuts wiederum hatten nun die Aufgaben, die Verpflegung der Crews mit den ihnen zugewiesenen Mitteln sicherzustellen und Versorgungspläne wie Einkaufslisten zu erstellen.
  • Bestellung von Proviant bei den Lieferanten
  • Die Anmeldungen, Prüfung, Quittierung und Dokumentation von Eingängen der Kostenbeiträge wurden bearbeitet usw. usw.
  • Diverse Überweisungen an die Reedereien und Dienstleister

Trotz großer Erfahrung aus den bisher veranstalteten Segeltörns der BG-D187 waren und sind das immer wieder Herausforderungen, die viel Zeit und Einsatz erfordern.


So vergingen die Wochen und Monate vor dem Sail-Ex 2023 und alles wurde zu einem runden Paket geschnürt.




Donnerstag, 01.06.2023

Ab Donnerstagmittag sammelten sich die ersten Teilnehmer in der Nähe der Blücherbrücke in Kiel. Die Teilnehmer hatten teils weite Strecken mit Bus oder Bahn hinter sich gebracht. Viele Teilnehmer trafen sich also schon vorab in der einen oder anderen Lokalität.




Gegen 1800 waren dann die 41 Teilnehmer komplett.


Gegen 17:30 Uhr lieferte ein Großmarkt dann einen Teil des georderten Proviants an die Pier und die Smuts begannen damit, die Verpflegung auf beide Schiffe aufzuteilen.



Wenig später begann die Kojenvergabe. Unser Jürgen "Jambo", hatte im Vorfeld alle Teilnehmer auf die beiden Schiffe verteilt und begann damit die Kojenplätze auszurufen. So füllten sich nach und nach die Schiffe, die Teilnehmer bezogen ihre Kojen und richteten sich ein.




Nach kurzer Absprache mit den jeweiligen Skippern wurde der Proviant verstaut und bereits das Abendessen vorbereitet.

Die Pläne für die "Gruppe vom Dienst" wurden in den jeweiligen "Cafeteria's" ausgelegt und so konnte sich jeder vorab informieren, wann er rechtzeitg vor einem "Backen und Banken" zu erschienen hatte um den Smut zu unterstützen.


Die Skipper führten auf beiden Schiffen noch eine Sicherheitsunterweisung durch, bevor es zum eigentlichen "Briefing" für den ersten Segeltag kam.

Wunschziel war natürlich Dänemark bzw. ein erreichbarer Hafen an der dänischen Küste.

Die Skipper legten die Voraussagen für Freitag vor. Die Winde, die uns in Richtung Dänemark unterstützen sollten, würden nach Vorhersage am Freitagnachmittag abflauen.

So wurde gemeinsam, relativ früh am Freitagmorgen auszulaufen.


Als Abendbrot wurde belegte Brote von den Smuts und der GrvD bereitgestellt.



Der Abend klang bei gemütlichem "Beercall" aus. Neue Teilnehmer wurden gern von den "alten Hasen" aufgenommen und es entstand eine gemütliche wie unterhaltsame Atmosphäre.




Freitag, 02.06.2023

Den Tag begann die Crew mit einem guten Rommel-Frühstück. Ein Landkommando holte zuvor noch die bestellten Brötchen bei einem Bäcker in Kiel ab.

Die "Gruppen vom Dienst" richteten die Backs her und die Teilnehmern konnten ein reichhaltiges Frühstück genießen. Kaffee, Tee, Brötchen, Brot, Aufschnitt sowie Eierkuchen.




Gegen 0900 machten beide Schiffe los und fuhren, zunächst wie üblich unter Motor, in Richtung Ausgang der "Kieler Förde".



Der Morgen war zunächst noch frisch. Es zeichnete sich aber ab, dass wir gutes Wetter bekommen sollten. Petrus hielt sein Wort und wir hatten am gesamten Wochenende "Kaiserwetter".



Bereits in Höhe "Leuchtturm Friedrichsort" wurden die ersten Vorbereitungen getroffen um Segel zu setzen.







Gegen Mittag frischte der Wind merklich auf und die Segler befanden sich in ihrem Element. Bei einigen Wenden und Halsen schmiegten sich die Schiffe in die See und die Teilnehmer genossen die Fahrt in vollen Zügen.






Des einen Freud ist aber manchmal des anderen Leid. So hatten die Smuts unter verschärften Bedingungen zu arbeiten und ab und zu hörte sich ein derber Spruch des Unmutes aus den Kombüsen.

Töpfe, Pfannen und anderes Geschirr mussten festgezurrt werden und in den kleinen Kombüsen hatten die Smuts dann zeitweise "Spaß" an der Arbeit.



Zum Mittag gab es eine "Hackfleisch-Lauch-Käse-Suppe mit Baguette und Salat…(Möhre/Apfel)".

Die Teilnehmer ließen es sich schmecken.


Der Nachmittag wurde bei gutem Wind zum Genuss. Zahlreiche Segelmanöver brachten Spaß an Deck.




Zwischendurch blieb natürlich ausreichend Zeit für einen Plausch



Die Stamm-Crew erklärte geduldig, die BG-Crew führte aus.



..und belohnte sich auf beiden Schiffen mit Entspannung








Einlaufen in "Sonderborg"






Am späten Nachmittag machten beiden Schiffe in Sonderborg (DK) am Hafen-Kontor fest.



Die "Catherina" ging direkt an die Pier, die "Luciana" wurde im Päckchen direkt daneben festgemacht. Bauartbedingt hatte die "Catherina" einen erheblichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der "Luciana". Darum war sie immer vor der "Luciana" im jeweiligen Hafen. Dies sollte sich auch am gesamten Wochenende nicht ändern.



Sonderborg ist eine Stadt in der Region Syddanmark in Dänemark am "Als Sund" nahe der Flensburger Förde, unweit der Grenze zu Deutschland. Ab 1970 war die Stadt ein Teil der Kommune Sonderborg, die 2007 mit sechs Nachbarkommunen zur Großkommune Sonderborg vereinigt worden ist. In der Stadt leben etwa 27.766 Einwohner.

Sonderborg besitzt zwei Sportboothäfen mit guten Einkaufsmöglichkeiten. Neben dem Yachthafen etwas außerhalb südöstlich der Stadt gibt es Liegeplätze direkt an der Stadtpromenade. Südlich des Schlosses liegt ein Badestrand.



***Grill-Ex***



Nachdem sich alles etwas sortiert hatte, die ersten Tageserfahrungen zwischen den Crews ausgetauscht waren, baute ein Landkommando die Schwenkgrills auf der Pier auf und machte "Feuer an".



Es gab leckere Nackensteaks, Bratwurst und Krakauer. Natürlich hatten die Smuts auch diverse Salate und Brotkörbe vorbereitet.



Der Abend wurde entspannt bei einem "Beercall" genossen. Natürlich stand es den Teilnehmern auch frei, das Städtchen "Sonderborg" etwas zu erkunden.











Samstag, 03.06.2023


Für das Frühstück am Samstag mussten noch Brötchen besorgt werden.

Ein Landkommando schwärmte aus und erledigte in kurzer Zeit den Job.




Frische Brötchen


Die "Gruppen vom Dienst" hatten wieder alles vorbereitet. Klasse.



***Frühstück***



Das anschließende, üppige Frühstück wurde gerne verzehrt. Es gab neben der bekannten Speisenfolge auch frisch zubereitete Reibekuchen.



Einige Teilnehmer vertraten sich danach noch mal die Beine an der Promenade oder im Ort selbst.





Das Wetter versprach wieder, wie am gesamten Wochenende, Sonnenschein und überwiegend guten Wind.


Es gab dann ein kurzes Briefing mit den Verantwortlichen der BG-D187 und den beiden Skippern.

Hier wurde beschlossen, zunächst wieder auf den "kleinen Teich" zu gehen. Die Windvorhersage für den Nachmittag war dann aber buchstäblich "flau". Also wollten wir zumindest bis in die Mittagszeit, ein paar Segelmanöver durchführen. Alles weitere sollte dann auf See kurzfristig entschieden werden.


Gesagt, getan. Gegen 0900 hieß es "Leinen los".

Beide Schiffe verließen dann den dänischen Ort "Sonderborg".



Kurz darauf "Lappen Hoch"





und dann, nach einer solchen Schwerstarbeit... natürlich wieder etwas Entspannung



"Zur Übung".

Der Skipper der "Luciana" hatte die Idee, einen der Teilnehmer in den achteren Mast hinaufzuschicken. Eine Freiwilliger war schnell gefunden.

Mit entsprechendem "Geschirr" gesichert wurde der Mann von den Kameraden in die Höhe gezogen und konnte dort die Aussicht ausführlich genießen.








***Flaute***

Kurz vor dem Mittagessen erreicht uns die vorhergesagte "Flaute" und an Segeln war nicht mehr zu denken. Den Smuts kam das jedoch recht. So konnten sie mal, ohne sämtliche Töpfe festzurren zu müssen, das Essen vorbereiten.



Flaute




Die "Gruppen vom Dienst" deckten wie "Cafeteria's" ein und verrichteten wieder einen tollen Job. An diese stelle noch einen zusätzlichen Dank an alle Teilnehmer, die sich ausnahmslos und absolut in den "Gruppen" engagierten und ihren Kameraden stets hervorragend vorbereitete Tische boten. Das war ein toller Job von allen.


Zum Mittag gab es das mittlerweile bei der BG-D187 traditionelle "Wurstgulasch mit Nudeln".

Vor vielen Jahren, während eines Törns und mit wenigen zur Verfügung stehenden Zutaten, hatte sich das ein Smut der BG-D187 mal einfallen lassen. Diese "Notlösung" schmeckte allen Teilnehmern seinerzeit so gut, dass es seit Jahren zum Standard bei der BG-Verpflegung gehört.


Am Nachmittag kam noch etwas Wind auf und die Segel wurden teils wieder gesetzt.




So ging es bei gemütlicher Fahrt in Richtung "Maasholm"



Eine Angel, von einem Teilnehmer ausgeworfen, beförderte zwei prachtvolle "Dornhechte" an Deck. Ausgenommen und vorbereitet wurden diese für das kommende Grill-Ex eingelagert.






Einlaufen in Maasholm

Wie morgens verabredet drehten beide Schiffe in Richtung Süd-Ost und liefen am späten Nachmittag in "Maasholm" ein.




Maasholm ist ein idyllisches Fischerdorf mitten in der Schlei! Der Ort Maasholm liegt als Halbinsel im Ostseefjord Schlei. Nach Osten wird das ca. 840 ha große Gemeindegebiet von der Ostsee begrenzt. Die Ortsteile "Exhöft", der neuere Ortsteil "Maasholm-Bad" und das "Gut Oehe" runden die Gemeinde Maasholm ab.

Im letzten Jahrhundert hat sich Maasholm vom Seefahrerort zu einem Fischerdorf gewandelt und lebt heute vorwiegend vom Tourismus. Es gibt einen Sportboothafen, einen Fischereihafen, Einkaufsmöglichkeiten sowie Restaurants und eine Fischräucherei.






GrillEx

Da am Freitagabend noch jede Menge Proviant vom Grill-Ex übrig war, beschloss man auch hier, in Maasholm, zusätzlich zum normalen Abendbrot ein kleines Grill-Ex zu veranstalten.

Ein großräumiger, bordeigener Grill wurde, über die Bordwände der beiden Schiffe hinweg, aufgebaut und dann hieß es auch hier "Feuer an".




Kurze Zeit später konnten die Teilnehmer verköstigt werden.


Der anschließende Beercall, mit zahlreichen Geschichten und "Stories von Bord" wurde unbeschwert von allen genossen.






Sonntag, 04.06.2023


Mit einem ausgiebigen Frühstück, Rommel-Frühstück mit Rührei, begann man den Tag.


Um 0900 liefen beide Schiffe aus dem Hafen und machten sich auf den letzten Tagestörn, der schließlich am Nachmittag in Kiel enden sollte.




Auslaufen aus Maasholm



Zum Mittag hatte der Smut wieder leckeres anzubieten. Es gab einen "Spätzletopf mit Hähnchen" und schmeckte allen hervorragend.


Transit nach Kiel



Nach dem Mittag flachte auch am Sonntag der Wind wieder merklich ab. Also wurde der Motor angeworfen und die Skipper versuchten zunächst noch mal den "Wind zu finden".





Kurz vor dem Festmachen in Kiel ging der Luciana noch ein Fender über Bord.



Dieser wurde aber, nach einem kurzen Manöver, wieder erfolgreich geborgen



Direkt nach dem Einlaufen wurde von allen Teilnehmern der Restproviant von Bord geschafft, das ORGA-Team entlohnte noch offene Posten wie z.B. "Motorenstunden", "Hafenliegegebühren" oder auch die Anzahl der geleerten "Bierfässer" (Anzahl 10x30 Liter).




Die "Stamm-Crews" beider Schiffe verabschiedeten sich herzlich von den Teilnehmern der BG-Rommel und man bedankte sich gegenseitig für ein paar erlebnisreiche und schöne Tage.



Anschließend wurde noch alle Kammern durch das ORGA-Team gecheckt und für gut befunden. Wie üblich fanden sich kleinere Dinge die von dem einen oder anderen vergessen worden waren. Kurz nach dem Sail-Ex erhielten die jeweiligen Eigentümer dann ihr "Hab und Gut" vom ORGA-Team zugeschickt.


Alle Kameraden verabschiedeten sich herzlich, traten natürlich vorher noch zu einem Erinnerungsfoto auf der Pier an um anschließend die Heimreise via Bus, Bahn oder Auto anzutreten.


Das ORGA-Team der Bordgemeinschaft möchte sich bei allen Teilnehmern für dieses gelungene Wochenende bedanken:


  • den Smuts "Patrick" und "Burkhardt" für das tolle und schmackhafte Essen. Das war absolutes "Outstanding" (Gitmo-Code für "Hervorragend") ;)
  • den Kameraden der "Gruppe vom Dienst", die allesamt Ihre Jobs erstklassig erledigt haben und jederzeit für frisch und gut gedeckte Tische sorgten.
  • allen Helfern, die unverzichtbare kleine und große Aufgaben problemlos ausgeführt haben, den "Grillmeistern" für Ihren Einsatz an der Glut.
  • allen Teilnehmern, die mit viel Spaß und Humor an allen Segelmanövern teilgenommen haben und auf die Verlass war. Eine tolle Crew.
  • den "Skippern", Bootsleuten und Matrosen beider Schiffe.
    Wir wurden mit großer Freundlichkeit und gerne geteiltem Fachwissen an diesem Wochenende begleitet. Super Leute auf der "Catherina" wie auf der "Luciana".


Das war ein sehr gelungenes Sail-EX 2023 und hat viel Spaß gemacht.

Danke an Euch alle.


Wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr. (Planung 2024 hat bereits begonnen ;) )


Mit kameradschaftlichen Grüßen vom ORGA-Team 2023

i.A. Ölfuss